Worte aus dem Trauergottesdienst für Pfarrer i. R. Dieter Hecker

Am 22. März 2021 in der Auferstehungskirche Rüppurr

Pfarrer Rolf Kruse sprach in seiner Predigt über den Lobgesang des Simeon (Lk 2, 25-32): „Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen.“ Dieter Hecker erblickte am 9. Dezember 1940 in Eppingen das Licht der Welt, starb am 1. März im Alter von 80 Jahren und wurde am 10. März auf dem Bergfriedhof in Heidelberg beerdigt: der Ehemann und Vater, der Schwiegervater und Opa, der Bruder und Onkel, der Lehrer und Freund.

„Gottesfürchtig“ und „gerecht“ war Simeon, erzählt der Evangelist, und grad auch deswegen hätte Dieter Hecker ihn geschätzt, denn Gerechtigkeit, soziale Gerechtigkeit in der Nachfolge Jesu war eines seiner großen Anliegen. Das schlägt sich sehr eindrücklich im Freundeskreises Chotanagpur nieder, den er mit Ihnen, Frau Hecker, 1977 gründete – damals eine der ersten Initiativen überhaupt für gerechten und fairen Handel. Über 40 Jahre hat sich Dieter Hecker unermüdlich für dieses Projekt und die Menschen dahinter eingesetzt – eine Herzensangelegenheit, die zeigt, was für einen langen Atem er aufzubringen vermochte, wenn´s drum ging, den eigenen Überzeugungen zu folgen.

Was für ein Segen, dass Ihr Weg, Frau Hecker, und der ihres Mannes sich ab 1967 im Heidelberger Predigerseminar kreuzten. Sie nämlich – wie sich herausstellte – teilten mit ihm die Leidenschaft für ökumenische Beziehungen, das weite theologische Herz, den Respekt vor anderen Kulturen, einen gewissen Pioniergeist und die Unternehmungslust. Am Ende durften Sie über ein halbes Jahrhundert lang das Leben mit ihm teilen und erfahren, wie der Segen, der Ihnen anlässlich Ihrer kirchlichen Trauung zugesprochen worden war, sich kräftig entfaltete. (Nach dem Studium der Theologie in Heidelberg mit Schwerpunkt Missions- und Religionswissenschaft ging er zur Fortsetzung des Studiums nach Südindien. Dort war er einige Jahre Lektor für Theologie in Chotanagpur, anschließend Studentenpfarrer in Karlsruhe, danach 12 Jahre Direktor der Gossner-Mission in Berlin und schließlich bis 2001 Pfarrer in Grötzingen.)

Der Hang zum Handfesten jedenfalls zeichnete ihn auch aus, was sicher seiner Herkunft geschuldet war.  So war ihm beispielsweise die Hege und Pflege diverser Gärten eine große Freude. Dass Bibel und Gartenschere auf dem Schreibtisch im Amtszimmer stets nebeneinander lagen, hat sich mir als junger Pfarrer im Probedienst in Grötzingen, wo mein Weg den seinen kreuzte, tief eingeprägt. Er, unser Gott, ist es doch, der allein den Weg weiß ins Land der abgewischten Tränen, in dem der Tod nicht mehr sein wird noch Leid noch Geschrei noch Schmerz!

Für die Grötzinger Gemeinde sprach Frau Heil:

Liebe Ursula (Frau Hecker ), liebe Familie Hecker, liebe Trauergemeinde,

wir, die evangelische Kirchengemeinde in Grötzingen, trauern mit Ihnen über das Ableben von Dieter Hecker, Ihrem Ehemann, Vater und Schwiegervater, Großvater und Freund. Nach der Rückkehr aus Indien lebten Heckers bei uns in Grötzingen, wo Herr Hecker von 1996 bis zu seinem Ruhestand 2001 bei uns die Pfarrstelle übernommen hatte. Eine Pfarrstelle, die nach einer recht langen Vakanz naturgemäß viele Probleme mit sich brachte, denen er sich mit viel Energie stellte.

Wir lernten Herrn Hecker für seine Menschlichkeit und seinen feinen Humor schätzen, für seine Predigten, in denen er Bibeltexte in ihren zeitlichen Zusammenhang stellte und ihren Hintergrund erklärte.  So stellte sich bei uns oft ein Aha-Erlebnis ein. Darauf angesprochen lachte er und sagte: „Aber so predigt man nicht mehr, das ist eine altmodische Art zu predigen.“ Unserer Gemeinde gefiel diese angeblich altmodische Art der Sonntagspredigt.  Zugang fand Herr Hecker nicht nur bei den erwachsenen Gemeindemitgliedern. Sein Umgang mit Kindern, Kindergartenkindern, war erstaunlich. Er erzählte ihnen von dem Leben in Indien, insbesondere von dem Leben der Kinder, auf eine Weise, die für die Kinder verständlich, spannend und anrührend war.

Auch uns Erwachsenen weitete er den Blick für die Probleme in Indien.

Es freut uns sehr, daß Heckers auch nach dem Eintritt in den Ruhestand die Verbindung zu unserer Gemeinde durch vielfältige Kontakte aufrecht gehalten haben.

Wir haben Herrn Hecker wegen seiner besonderen Art der Glaubensvermittlung geschätzt und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

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