Strukturreform und Kirchenaußenrenovierung

Nachdem die Strukturreform im Kirchengemeinderat die letzten beiden Jahre ein Dauerthema war, musste in der Juni-Sitzung endgültig darüber abgestimmt werden, ob die fast 2-jährige Erprobungsphase in den Kirchengemeinden dazu geführt hat, die neue Struktur im Kirchenbezirk Karlsruhe und Durlach anzunehmen. Der KGR hat sich – wie vor 2 Jahren vor Aufnahme der Erprobungsphase – gegen die neue Struktur ausgesprochen. Da sich jetzt allerdings im Kirchenbezirk eine Mehrheit der Kirchengemeinden für die neue Struktur entschieden hat, ist der Weg endgültig frei, ab 1. Januar 2010 die neuen Verhältnisse durch ein Vereinigungsgesetz kirchenrechtlich zu besiegeln. Wir werden darüber noch berichten.
Seit Ende Mai ist es für alle sichtbar: die Kirchenaußenrenovierung hat begonnen. Das gesamte Gebäude ist eingerüstet, auch der fast 50 m hohe Kirchturm ist mit einem imposanten Gerüst umgeben. Wie immer bei Instandsetzungen alter Gebäude treten während der Ausführung trotz sorgfältigster Planung vorher nicht erkannte Probleme auf. Viele Bauteile,  insbesondere beim Turm, sind erst nach der Gerüststellung einer Beurteilung zugänglich.

So ist die Abdeckung des quadratischen Turmstumpfes im Übergang zum Achteck mit neuen Sandsteinplatten zu versehen, einige Sparrenfüße sind durch gesundes Holz zu ersetzen und das Gebälk des Turmdaches ist bei abgedecktem Turm aus Standsicherheitsgründen zusätzlich zu verankern. Bei einem historischen Bauwerk dieser Bedeutung hat natürlich das Denkmalamt ein erhebliches Mitspracherecht und stellt zusätzliche Forderungen auf, die wiederum zu neuen Überlegungen führen.

Eine besondere Betrachtung verdient das Turmdach, das man fast als ein Museum der Ziegelmanufaktur der letzten Jahrhunderte bezeichnen kann. Trotz der faszinierenden Schönheit der Dacheindeckung, die sich erst aus der Nähe richtig zeigt, sind die meisten Ziegel mürbe und brüchig und unzureichend sturmgesichert. Es wird eine neue Dacheindeckung unter Verwendung erhaltungswürdiger Ziegel geben. Der KGR ist bestrebt, trotz höherer Kosten vor allem eine dauerhafte und nachhaltige Instandsetzung und Renovierung für die nächsten Jahrzehnte zu erreichen.

Das Kirchenschiff wird im November in neuem Glanz erstrahlen und wird vom Gerüst befreit. Beim Turm wird das Gerüst leider noch ein paar Monate länger stehen bleiben müssen.
Rainer Ehmann

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