Myanmar – ein vergessenes Land …

Myanmar / Burma ist bei uns kaum bekannt. Das ist nicht verwunderlich, denn es gab nie direkte Beziehungen zu Deutschland weder politisch noch kirchlich – und seit 1962 haben die wechselnden Militärregime das Land  systematisch von der Außenwelt abgeschirmt, um Störungen und Aufbegehren im Innern zu unterdrücken. Der Buddhismus, die Religion der Mehrheit und offizielle Staatsreligion, obwohl als friedliebend bekannt, hat die Gewalt und brutale Unterdrückung der Bevölkerung durch das Militär nicht verhindern können. Die Menschen haben sehr darunter zu leiden, dass die Regierung jegliche Entwicklung, technischen Fortschritt und die Kontakte zum Ausland unterbunden hat. Erst seit den Wahlen im November 2010 gibt es Hoffnung auf eine Öffnung des Landes für Gespräche mit der Opposition im Innern und nach außerhalb.
Die Kirchen sind eine geduldete Minderheit von zwischen 6% und 9%, wurden aber bisher vom Staat streng kontrolliert und reglementiert. Es sind vor allem Baptisten, aber auch Anglikaner Methodisten und Katholiken sind vertreten. Sie sind überwiegend bei den 137 Volksgruppen mit eigener Kultur und Religion in den gebirgigen Randgebieten zu finden, nur wenig bei der burmesisch sprechenden, buddhistischen Mehrheit in den fruchtbaren Ebenen.
Die Kirchen suchen gerade jetzt Kontakt zu anderen Ländern und Kirchen, und sie werden sich ihrer Verantwortung für die Entwicklung der marginalisierten Volksgruppen am Rande bewusst. So hat sich eine Gruppe, die Myanmar Initiative e.V., Berlin, gebildet, die neben der Verbindung zu kirchlichen Frauengruppen und theologischen Ausbildungsstätten ein neues Entwicklungsprojekt im Chin Staat im Nordwesten des Landes unterstützt. Dort wurde in der abgelegenen Thangkaai Region ein ganzheitliches Projekt begonnen mit zwei wichtigen Schwerpunkten: der Förderung einer Schule und dem Aufbau eines dörflichen Gesundheitszentrums.
Wir freuen uns, dass die Gemeinde Grötzingen sich dafür interessiert, und das Projekt durch eine Kollekte unterstützt hat. Es wäre schön, wenn dieses Interesse weitergehen könnte. Wir sind gerne bereit, mehr Informationen zu liefern, vor allem auch über den Fortgang des Entwicklungsprojekts im Chin Staat.
Ursula Hecker
Vorsitzende der Myanmar Initiative, Hämmerlingstr. 35a, 12555 Berlin, Tel. 64905865.

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