Gedanken zum Sonntag Laetare

Liebe Leserin, lieber Leser,

Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt.
Er setz seine Felder und Wiesen instand.
Er pflüget den Boden er egget und sät
und rührt seine Hände frühmorgens und spät.

Dieses Lied habe ich als Kind gelernt. Es war beeindruckend im Murgtal, einen Bauern zu sehen, wie er mit einem Pferd pflügte. Es beginnt nun die Zeit des Säens in der Landwirtschaft, aber auch in den Gärten und Balkonen bei uns. Was wird wohl demnächst eingesetzt und vorgezogen, Blumen oder Kürbisse oder Salat. Doch bei allen ist es gleich. Die Zeit des Säens ist eine Zeit der Ungewissheit. Ich weiß nicht, ob mein Saatgut ausgeht. Für frühere Zeiten war häufig das Saatgut fast das Letzte, was man noch hatte. Die Menschen waren auf eine gute Ernte angewiesen.

Der kommende Sonntag, 2. März 2008, heißt Laetare, Freut Euch. Der Wochenspruch für diesen Sonntag lautet aus Johannes 12,24: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein, wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ Jesus vergleicht sein Leben mit diesem Weizenkorn. Wenn er nicht den Weg an das Kreuz, dann gibt es keine Hoffnung. Erst mit dem Sterben des Kornes kommt neues Leben. Er weist mit diesem Bild auf seine Auferweckung hin, dies ist der Grund christlichen Hoffens und Glaubens. Zugleich ist dieses Wort ein Aufruf zur Nachfolge. Diesem Jesus Christus nachzufolgen.

Zwei Dinge werden mit an diesem Sonntag wichtig sein. Zum einen als christliche Gemeinden laden wir die Menschen in den Luisenhof der katholischen Gemeinde ein, die es schwer haben. Sie freuen sich über das Essen, das Umsorgtsein und die Gespräche. Zum anderen beginnt an diesem Sonntag die Woche der Brüderlichkeit von Juden und Christen. „Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist“. Dieses Wort David Ben Gurions des Staatsgründers von Israel ist dieses Jahr die Losung für die Veranstaltungen. Wir gedenken der Staatsgründung Israels vor 60 Jahren. Es ist aber schon ein Wunder, dass nach dem, was bei uns geschehen ist, Juden Christen überlegen, was sie verbindet. Beides die diakonische und karitative Tat und das Gespräch von Christen und Juden braucht Nachfolger Jesu. Frucht wird daraus wachsen, wenn wir es wagen mitzuhelfen und mitzusprechen.

Herzlichst grüßt Sie
Pfarrer Ulrich Schadt

Dieser Beitrag wurde unter Sonntagsgedanken veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.