Frauen aus Chile luden ein zum Weltgebetstag

In etwa 200 Ländern der Erde feiern Frauen aller Konfessionen diesen Tag.
In Grötzingen laden die christlichen Gemeinden im Wechsel  zum gemeinsamen Beten am Weltgebetstag ein. In diesem Jahr feierten wir am 4. März im Martin-Luther-Haus.

Frauen aus Chile haben uns mit ihrer Gebetsordnung hinein genommen in ihr Leben mit all seinen Höhen und Tiefen. Wir haben von der geographischen Vielfalt des Landes gehört, Bilder angesehen und so ein wenig an ihrem Leben teilhaben können.
Sie fragen uns: Wie viele Brote habt ihr?
Dieses Zitat aus dem Markus-Evangelium war Anlass für viele Fragen ihres und unseres Lebens:
Wie viel haben wir, das wir teilen können? Was haben wir zum Teilen? Was wollen wir überhaupt teilen?
In der Geschichte von der Brotvermehrung im Markus-Evangelium sind alle satt geworden, weil alle bereit waren, von dem was sie hatten, abzugeben.
Wir haben nachgedacht:Weltgebetstag
Manche haben viele Brote, haben aber kein Interesse daran, sie mit denen zu teilen, die keine haben.
Manche haben viele Brote, haben aber noch keinen Weg gefunden, sie mit anderen zu teilen.
Manche haben kein anderes Brot als die alten Kanten, die andere in den Müll geworfen haben.
Und viele haben kaum Brot und teilen es trotzdem.
Anschaulich gemacht haben wir uns die Geschichte von Elija in der Wüste, als er von einer armen Witwe verlangte,  ihm zu essen zu geben, obwohl sie selber für sich und ihren Sohn nur noch eine einzige Mahlzeit hatte. Sie hat erfahren, dass Teilen reich macht und  Leben ermöglicht.
Die chilenischen Frauen haben uns hinein genommen in ihre Angst, auch in ihr Versagen und uns ermutigt: Alles darf man vor Gott bringen und dabei ganz sicher sein, dass es erhört wird. Um Kraft zur Vergebung und Mut zur Verantwortung in allen Lebensbereichen haben wir gebetet, damit auch wir Reichen leichter zu teilen vermögen: Unser Geld, unsere Zeit, unsere Begabungen  – insgesamt unser Leben.
Und wir haben wieder erlebt, wie schön es ist miteinander zu beten, zu singen und zu essen.
Im Anschluss waren noch etwa 70 Frauen zusammen zum Gespräch und zum Essen der vielfältigen Leckereien nach chilenischen Rezepten. Ein herzlicher Dank gilt allen, die sich die Mühe mit den  manchmal doch etwas fremden Rezepturen gemacht haben.
Wir haben eine starke, Kraft gebende Gemeinschaft erlebt, die trägt und festigt und Mut macht, nicht aufzuhören mit dem Gebet.
Karin Domke

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