Der Heilige Geist

In diesen Tagen ist ein bemerkenswertes Buch eines Münchner evangelischen Theologen erschienen: Jörg Lauster, Der Heilige Geist – Eine Biographie, München 2021.

Schon auf den ersten Seiten dieser „Biographie“ des Heiligen Geistes gelingt es dem Autor, die vielen so schwer Fassbare Vorstellung des Heiligen Geistes sehr lebendig näher zu bringen. In den kommenden Post sollen immer wieder einige Zitate aus diesem Buch Lust zum Lesen machen:

Das faszinierende am Alten Testament ist die Geburt der Idee, dass Gott in der Welt als Geist gegenwärtig ist. „In der Welt“ heißt nicht allein im Menschen, sondern im ganzen Universum. Diese Einsicht sprechen die Texte in mythischen Bildern aus. Sie wähnen den göttlichen Geist in einer windgleichen Bewegung über dem Chaos der noch nicht gewordenen Welt schwebend, sie verstehen den Wind als Atem und Schnauben Gottes oder als ein Naturphänomen, in dem sich Gott als Geist zeigt…Die prägende Vorstellung, die den Geistbildern zugrunde liegt, ist die einer unsichtbaren Anwesenheit Gottes und Lenkung der Weltgeschicke. Die geistige Anwesenheit Gottes in der Welt schließt auch seine Gegenwart im Menschen ein. Seit den alttestamentlichen Zeiten ist die menschliche Selbsterfahrung ein vorzüglicher Ort, der Gegenwart des Geistes Gottes in der Welt gewahr zu werden. Mit der Idee, den Geist als eine göttliche Gabe, als etwas verlässlich im Menschen Wirkendes, ja sogar Ruhendes zu verstehen, das deren Leben, ihr Denken und Tun verändert, ist die Idee der Gnade geboren. Gnade ist in Menschen geronnener Geist Gottes. (Seite 32)

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