Aus dem Ältestenkreis

Vieles hat sich in den letzten Monaten ereignet, vieles hat sich in unserer Gemeinde verändert. Als im Juli dieses Jahres alle drei Hauptamtlichen – Pfarrer Schadt, Pfarrvikarin Mallig und Diakonin Strinz – erklärten, dass sie zum September Grötzingen verlassen werden, herrschte im Rat (Ältestenkreis) zunächst Ratlosigkeit.

Zum Glück bestellte der Oberkirchenrat sehr schnell Herrn Pfarrer Friedhelm Sauer zum Vakanzvertreter, der dann zum 1. September seinen Dienst bei uns antrat. Herr Sauer kann sich mit Ausnahme von Religionsunterricht ganz der Gemeindearbeit zuwenden, allerdings auch unter erschwerten Bedingungen, da er nicht vor Ort wohnt. Wir sind sehr froh, dass Herr Sauer bei uns ist, und schätzen sehr, dass er sich in dieser Situation so schnell und engagiert in die neuen Aufgaben eingearbeitet hat. Pfarrer Sauer sei jetzt schon an dieser Stelle herzlich gedankt!

Nach Anträgen und Gesprächen mit dem Dekan und dem Oberkirchenrat konnte auch für die Diakonstelle eine Wiederbesetzung mit einem 75%-Deputat wie bisher erreicht werden. Am 7. November nahm Frau Ulrike Aydt ihren Dienst bei uns auf. Wir wünschen ihr ein gutes Eingewöhnen und Gottes Segen für ihre Tätigkeit in unserer Gemeinde.

In Grötzingen wurden den Pfarrern in den letzten Jahr(zehnt)en immer noch eine Pfarrvikarin bzw. Vikar zur Seite gestellt, früher eine 100%-Stelle, die letzten 3 Jahre nur noch eine halbe Stelle. Da es in der Landeskirche zurzeit nur wenige Vikare gibt, besteht keine Aussicht, eine weitere Unterstützung im Pfarrdienst zu erhalten. Wir müssen mit dieser personell äußerst engen Situation zu Recht kommen und auch Konsequenzen ziehen durch mögliche Einschränkungen in den Aufgaben bei gleichzeitiger Schwerpunktbildung sowie durch Gewinnen von Gemeindegliedern für geeignete Aufgaben. Wir hoffen jedoch auch, dass jede Veränderung, jeder Neubeginn neue Chancen in sich trägt, die es zusammen mit der Gemeinde zu wecken und zu entwickeln gilt.

Wie geht es nun weiter mit der vakanten Pfarrstelle? Es wird demnächst eine Ausschreibung dieser Stelle im Gesetzes- und Verordnungsblatt der Landeskirche geben. Allerdings gibt es seitens des Oberkirchenrates Auflagen, die vor einer Veröffentlichung durch uns zu erfüllen sind und die auch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Dabei geht es vor allem um eine bauliche Bestandsaufnahme des Pfarrhauses, welche Sanierungen notwendig sind und wie diese finanziert werden können. Gleichzeitig wurde das Grötzinger Pfarrhaus in ein Sonderprogramm der Landeskirche zur energetischen Ertüchtigung von Pfarrhäusern aufgenommen, was mit Zuschüssen verbunden ist. Diese Baumaßnahmen müssen jetzt gebündelt und gemeinsam geplant werden. Als Erstes wurde ein akkreditierter Energieberater beauftragt, der inzwischen sein Gutachten mit Vorschlägen vorgelegt hat. Jetzt geht es darum, zusammen mit einem Architekten eine technisch geeignete und effektive Gesamtmaßnahme zu planen. Erst wenn konkrete Angaben zu Umfang und Dauer der Sanierungsarbeiten gemacht werden können, darf eine Stellenausschreibung eingereicht werden. Das Anforderungsprofil an den neuen Pfarrer bzw. an die neue Pfarrerin wurde bei einem Klausurwochenende des Ältestenkreises im September ausführlich besprochen und festgelegt.

Eine weitere Großbaustelle beschäftigt uns sehr, nämlich der Um- und Anbau des Fröbelkindergartens. In der Juniausgabe des Gemeindebriefes wurde noch hoffnungsvoll als Baubeginn der Herbst 2011 genannt. Zwischenzeitlich sind leider von uns nicht zu vertretende Verzögerungen eingetreten, die Baugenehmigung kam erst im September. Aus Auflagen der Baugenehmigung und aus weiterführenden Planungen resultieren Kostensteigerungen, deren Finanzierung bei der Stadtkirchengemeinde zu Problemen führt. Unter anderem wurde einem Ausnahmegesuch zur Barrierefreiheit nicht entsprochen, was konkret heißt, dass der Einbau eines Aufzuges für ca. 50 Tausend Euro in dem neuen 2-stöckigen Anbau erforderlich wird, obwohl 4 der künftig 5 Gruppen im Erdgeschoss untergebracht sind und damit kein behindertes Kind oder behinderte Erzieherin ins Obergeschoss müsste. Auch ein Widerspruch führte zu keiner Änderung. Eine nicht nachvollziehbare und sehr teure Forderung, die an der zweifelsohne sinnvollen Festlegung der Landesbauordnung vorbeizielt und die wir letztendlich alle zahlen müssen.

Im November wurde das Provisorium für den Kindergarten im MLH eingerichtet, zwei Gruppen sind dann oben im Saal, eine ist im UG untergebracht. Der Umzug erfolgt zwischen Weihnachten und dem 6. Januar. Ab dann findet der Kindergartenbetrieb im MLH statt, der Fröbelkindergarten wird zur Baustelle. Der Saal ist während des Provisoriums weiterhin eingeschränkt von der Gemeinde nutzbar. Wenn alles gut geht, werden im September 2012 die Kinder in ihr neues Haus einziehen. Auch wenn die Gemeinde Grötzingen nicht der unmittelbare Bauherr ist – das ist nach der Strukturreform die Stadtkirchengemeinde – werden wir uns mit aller Kraft für ein gutes Gelingen dieses großen Bauvorhabens einsetzen.

Zur Klarstellung: Die Winterkirche muss 2012 ausgesetzt werden, die Gottesdienste finden alle in der Kirche statt. Nach dem Wiedereinzug des Kindergartens in das neu renovierte Gebäude steht uns das Martin-Luther-Haus wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Rainer Ehmann

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