Winter im Fröbelkindergarten

5. März 2010

In den langen und kalten  Wintertagen befassten wir uns mit den Kindern. passend zur Jahreszeit  mit dem Thema „Winter“. Wir erlebten ihn ganzheitlich, mit allen Sinnen. Hier ein Einblick in die letzten Wochen des Kindergartenalltags: Experimente mit Schnee, Winterlieder singen, Erlebnisturnen, Winterspaziergänge, Spurensuchen im Schnee mit Zuordnung zu den Tieren, kreative Angebote, hauswirtschaftliche Aktivitäten und noch vieles mehr.

Winter im Fröbelkindergarten

Parallel dazu laufen gruppeninterne Projekte, die sich die Kinder in Kinderkonferenzen als Wissensgebiet gewählt haben, wie „Fahrzeuge“, „Piraten“ oder die  „große Welt der Tiere“. Auch das mathematische Bildungsprojekt „Zahlenland“ und das Würzburger Programm „Hören- Lauschen- Lernen“ findet statt.

Auch dem Brauchtum Fastnacht wurde natürlich Rechnung getragen. Die Kinder und Erzieherinnen freuen sich nun auf die sonnigen Frühlingstage mit den vielfältigen Natur- und Sachbegegnungen.

Winterkirche

16. Februar 2010

Seit Februar dieses Jahres praktizieren wir in unserer Gemeinde erstmals und zur Probe die so genannte Winterkirche. Das bedeutet, dass dieses Jahr das Kirchengebäude in der Zeit vom 1. Februar bis 20. März 2010 nicht beheizt wird. Alle Gottesdienste finden in unserem Martin-Luther-Haus in der Fröbelstraße statt.

Wir sehen uns als Christen in der Verantwortung für unsere Umwelt und für die Bewahrung der Schöpfung und suchen nach Wegen, Ressourcen zu schonen und den CO2 – Ausstoß zu reduzieren. Auch die immensen Heizkosten, die in den letzten Jahren durch die Erhöhung der Energiekosten stark gestiegen sind und auch in Zukunft noch weiter steigen werden, waren Anlass, über neue Wege nachzudenken. Die Überlegungen wurden im Ältestenkreis kontrovers debattiert, Vor- und Nachteile gegenübergestellt. Auch in der Gemeindeversammlung am 17. Januar kamen weitere bedenkenswerte Überlegungen auf, die sorgsam abgewogen wurden. Letztendlich hat sich der Ältestenkreis für eine probeweise Einführung der Winterkirche ausgesprochen.

Wir erwarten eine Verringerung des CO2 – Ausstoßes um 7 bis 8 Tonnen pro Jahr. Auch wenn dies ein vergleichsweise bescheidener Beitrag ist, so wollen wir damit vor allem ein spürbares Zeichen setzen und unser Bewusstsein für die Erhaltung unserer Umwelt stärken. Wir haben ja in Grötzingen zum Glück unser schönes Martin-Luther-Haus und können somit ohne große Einschränkungen diese Winterkirche umsetzen. Sicherlich bedeutet es eine Umstellung und eine Umgewöhnung. Aber wir hoffen, dass Sie alle mitmachen und in wenigen Jahren ist es vielleicht schon eine selbstverständliche Tradition geworden, dass im Januar und Februar das Martin-Luther-Haus unsere Winterkirche ist.

Und wenn dann die Tage wieder länger und wärmer werden und der Frühling naht, freuen wir uns dann um so mehr auf die Gottesdienste in unserer schönen Kirche.

Rainer Ehmann

Strukturreform 2010

11. Februar 2010

Nach einer über 2-jährigen Erprobungsphase ist sie nun seit 1. Januar 2010 Wirklichkeit, die neue Struktur im Stadtkirchenbezirk Karlsruhe. Was heißt das und was bedeutet diese Reform nun für Grötzingen?

Zunächst endet damit eine Jahrhunderte dauernde Tradition, es endet nämlich die Selbstständigkeit der Evangelischen Kirchengemeinde  Grötzingen. Wir sind kirchenrechtlich nur noch eine unselbstständige Pfarrgemeinde, eine von 33 in der neuen Kirchengemeinde „Evangelische Kirche in Karlsruhe“ mit rund 80 000 evangelischen Gemeindegliedern. Kirchenbezirk und Kirchengemeinde sind in diesem neuen Stadtkirchenbezirk vereint. Statt der früheren 3 Ebenen (Bezirk –  Kirchengemeinde – Pfarrgemeinde) gibt es jetzt nur noch 2 Ebenen, der Stadtkirchenbezirk, gleichzeitig Kirchengemeinde, und die Pfarrgemeinden. Durch den Verlust der Selbstständigkeit ist der frühere Kirchengemeinderat zum Ältestenkreis geworden. Auch wenn wir rechtlich eine Pfarrgemeinde sind, wollen wir uns weiterhin Evangelische Kirchengemeinde Grötzingen nennen.

Rechtlich und organisatorisch bedeutet dies, dass alle nicht in der Verkündigung tätigen Mitarbeiter wie Pfarramtssekretärin, Chorleiter, Kirchendiener und alle Erzieherinnen in den Kindergärten nicht mehr bei uns beschäftigt sind, sondern neuer Dienstherr ist die Evangelischen Kirche in Karlsruhe. Für die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter ändert sich natürlich nichts.

Die Kindergärten werden jetzt zentral verwaltet und bewirtschaftet durch die Evangelische Kirchenverwaltung Karlsruhe, wie sich jetzt das frühere Stadtkirchenamt beim Mühlburger Tor nennt. Aber wir sehen die beiden Kindertagesstätten Am Kegelgrund und Fröbelkindergarten weiterhin als unsere Kindergärten an. Die Verbindungen der beiden Einrichtungen zur Gemeinde sind so eng und gut wie vorher. Es gibt regelmäßige Dienstbesprechungen mit unserer Kirchengemeinde und wir haben auch Einfluss auf Neueinstellungen. Allerdings können größere Maßnahmen wie z. B. Schaffung von Plätzen für Kinder unter 3 Jahren oder Umbauten nicht mehr direkt von uns angegangen werden, sondern sind bei der Kirchenverwaltung zu beantragen und mit Nachdruck zu verfolgen.

Während wir früher als selbstständige Kirchengemeinde Kirchensteuereinnahmen zur finanziellen Deckung der vielen Aufwendungen wie Gehälter, Betrieb des Pfarramtes und der Kindergärten, Bauunterhaltung, Kosten für Energie, Baumaßnahmen usw. erhalten haben, bekommen wir heute praktisch nichts mehr. Die Kosten für die Gehälter der Angestellten, für die Bauunterhaltung und Bewirtschaftung (Strom, Gas, Wasser, Reinigung) der Gebäude werden dafür vom Stadtkirchenbezirk getragen. Das klingt zunächst nahezu kostenneutral. Aber, wer bezahlt, bestimmt! Die  Gestaltungsmöglichkeiten liegen dann nicht mehr primär bei der Gemeinde, sondern bei der Stadtkirche. Wie sich so etwas auswirken kann, bleibt abzuwarten. Die bisherige Flexibilität und der Handlungsspielraum sind auf jeden Fall  eingeschränkt.

Bei größeren Baumaßnahmen wie z. B. der Kirchenaußenrenovierung profitieren wir noch von einer Übergangsregelung und können wie früher als selbstständige Gemeinde handeln. Wenn dieser Status ab ca. 2014 nicht mehr gilt, müssen solche Baumaßnahmen sehr langfristig beantragt und ihre Durchführung vermutlich mühsam erkämpft werden. Dabei wird trotz fehlender Kirchensteuereinnahmen der Pfarrgemeinden auch verstärkt die Frage nach deren finanzieller Mitbeteiligung gestellt werden.

Was muss nun die Pfarrgemeinde selbst aufbringen? Zunächst mal jegliche Art von Anschaffungen wie z. B. Mikrofonanlage, Klavier, Möbel wie Tische, Stühle, Schränke; die komplette Ausstattung des Pfarrbüros mit Computer, Kopierer, Telefon und allen Verbrauchsmitteln. Des Weiteren das Drucken des Gemeindebriefes, Veranstaltungen wie Sonntagstreff, kleinere Geschenke und Aufmerksamkeiten und vieles mehr.

Bei den Einnahmen sind wir sehr stark auf die Unterstützung unserer Gemeindeglieder angewiesen. Das heißt, alle Kollekten, Opfer und Spenden für die eigene Gemeinde verbleiben vollständig hier und werden selbstständig verwaltet, es gibt keine Abgabe an die Stadtkirche. Gleiches gilt für andere Konten wie z. B. jene des Posaunenchors und des Krankenvereins. Weitere Einnahmequellen sind Vermietungen von Räumen, z. B. des Martin-Luther-Hauses, und Zinserträge von Rücklagen.

Auf die Gottesdienste und das vielfältige Gemeindeleben, auf Gruppen und Kreise hat die Strukturreform natürlich keinen Einfluss. Hier ist eher zu erwarten und zu hoffen, dass durch ein allmählich sich entwickelndes Wir-Gefühl  der Pfarrgemeinden der Evangelischen Kirche in Karlsruhe neue Anregungen und Impulse in die Gemeinde getragen werden und sich über Gemeindegrenzen hinaus eine fruchtbare Zusammenarbeit entwickelt.

Rainer Ehmann

Grötz-Singerle, Ein Weihnachtstraum am 20.12.2009 um 15.00 Uhr im Martin-Luther-Haus

19. Dezember 2009

Mauern überwinden

10. November 2009

Einen Tag vor dem 20. Jahrestag zum Mauerfall lud unser Gemeinde zum alljährlichen Gemeindefest ins Martin-Luther-Haus ein . Unter dem Motto „Mauern überwinden“ gestaltete sich der morgendliche Gottesdienst sehr abwechslungsreich.

Im Gottesdienst

Ein kurzes Anspiel vor einer Mauer verdeutlichte das Getrenntsein. Danach zeigten die Kindergartenkinder vom Kegelsgrund mit Bewegungen zum Menschenbrückenlied eindrücklich wie Menschen zusammenfinden können, in dem sie sich sehen, Hände reichen, sich halten und zusammengehen. Dem folgte ein kurze Meditation zum Bild auf dem Programmheft. Auf dem Bild waren zwei Hände zu sehen, die eine Mauer wie einen Vorhang teilen und so ein Lücke schaffen. Der Text der Kurzansprache war aus Josua 6,1-5 über „Die Trompeten von Jericho“, die Mauern zum Einsturz brachten. Umrahmt wurde der Gottesdienst von Friedensliedern, die der Posaunenchor begleitete. Auch der Kirchenchor unterstützte bei einem Kanon.

  Gäste

Anschließend wurde beim Mittagessen und Kaffe und Kuchen das Gespräch gepflegt. Am Nachmittag waren einige Programmpunkte zur Unterhaltung angesagt und so füllten die Aufführungen des Fröbelkindergartens und des Liederkranzes den Saal mit neuen Gästen.

  Bücherflohmarkt

Wer wollte, konnte im Jugendraum basteln oder beim Bücherflohmarkt fündig werden. Der Förderverein war mit einem Infostand präsent und bot Quittengelee und Wein gegen Spenden zugunsten der Kirchenrenovierung an. Ein Höhepunkt gegen Abend waren bretonische Tänze zum Mitmachen.

  Polonaise

Die Gruppe Schalmeier spielte dazu auf und ein Tanzmeister leitete zahlreiche begeisterungsfähige Gäste an, die tüchtig in Schwung kamen, bevor sie den Heimweg antraten.

  Bretonische Tänze

10 Jahre Chor „Lieder unter dem Regenbogen“

30. September 2009

„Singt Gott ein Lied vom Leben“, mit diesem Lied, das als Thema über dem Konzert stand, eröffnete der Chor „Lieder unter dem Regenbogen“ unter der Leitung von Anne-Dore Kumpe am Sonntag, den 17. Mai 2009, sein abendliches Jubiläumskonzert in der sehr gut besuchten Kirche. Anlass waren Dankbarkeit und Freude über 10 Jahre gemeinsames Proben und Singen von 4-stimmigen Liedern, die Hoffnung machen, Mut geben und von Gott erzählen,

„von Gott, der ins Helle stellt, was dunkel noch im Schatten steht, von Gott, der den Stein bewegt, wo Sprache sich in Schweigen hüllt, von Gott, der uns Flügel macht, mit uns die Mauern überspringt, von Gott, der zum Leben erweckt, ein Mensch den Menschen bleibt. Singt Gott ein Lied vom Leben…“

Seit Anfang des Jahres hatte der Chor intensiv in seinen Dienstagsproben und an zusätzlichen Probenwochenenden die Stücke einstudiert und die besinnlichen Zwischentexte, eine Beamerpräsentation von verschiedensten   Regenbogendarstellungen, Regenbogenschals, Kirchenschmuck, den anschließenden Empfang und die vielen anderen „Kleinigkeiten“ rund um das Konzert vorbereitet.

Bunt wie der Regenbogen über Grötzingen an diesem Abend bot der Chor eine Mischung verschiedenster Chorsätze moderner Interpreten aus dem 20. und 21. Jh. dar, u. a. Stücke von evangelischen Kirchentagen, Taizégesänge, verschiedene Gospels, eine schottische Psalmodie oder das doppelchörige „Lobet den Herrn“ aus der Saarbrücker Messe von Thomas Gabriel. Mit den zwei gemeinsamen Kanons „Wie in einer zärtlichen Hand“ und „Unter Gottes Regenbogen“ wurden die Konzertbesucher in das festliche Konzert mit einbezogen. Dazwischen faszinierte eine von Sabine Holzinger (Altsaxofon) und Jochen Siegele (E-Piano) feinfühlig dargebotene Fantasie von Jules Demersseman.

Ein herzliches Dankeschön galt den Instrumentalisten Annika und Tobias Martini sowie Michael und Sebastian Finzenhagen (Violinen),Johannes Martini (Bratsche), Florian Martini (Cello), Sabine Holzinger (Altsaxofon), Dorothea Ruziczka (Trompete), Ursula Marggraf (E-Piano) und Jochen Siegele (E-Piano und Schlagzeug).
Besonders herzlich bedankte sich der Chor bei seiner engagierten Chorleiterin Anne-Dore Kumpe für ihre große Mühe, Energie und die viele Zeit, die sie für dieses Konzert aufgebracht hatte, ganz besonders für all die schönen und freudigen Chorstunden und ihr großes ehrenamtliches Engagement über ein ganzes Jahrzehnt hinweg.

Gelungene Premiere

30. September 2009

Der Förderverein hatte am 27. Juni zu einer Benefizveranstaltung in den sommerlichen Pfarrhof eingeladen. Ein schwarzer Himmel drohte den schwülen Abend ins Wasser fallen zu lassen, dabei war ein heiterer Abend mit Musik und Kinderzirkus angesagt. Als die ersten Regentropfen fielen, wurde der erste Programmteil kurzerhand in die Kirche verlegt. Das „Trio Vivendo“ mit Saxophon, Gitarre und Schlagzeug zog die Zuhörer, die sich in großer Zahl vom Wetter nicht hatten abhalten lassen, in seinen Bann. Jazz in vielen Variationen mit klassischen Titeln war in höchster künstlerischer Perfektion zu hören. Für die Kirche vielleicht ein Novum, womit ein Stück Musik der Gegenwart zum Lobe Gottes und zugunsten der  Renovation der wertvollen Grötzinger Kirche zum Klingen kam. Der Beifall ermutigte die Musiker zu einer Zugabe, mit der sie sich auch für künftige Auftritte empfahlen.

In der Pause gab es diverse Getränke und von engagierten Gemeindegliedern hergestellte Häppchen, die für den zweiten Teil des rogramms stärkten. Die Musik hatte den Regen vertrieben, sodass der Auftritt des „Zirkus Makkaroni“ von der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule in Berghausen im Freien unter heiterem Himmel stattfinden konnte. Die konzentrierten Darbietungen der jungen Jongleure und Artistinnen fanden bei Jung und Alt roße Bewunderung.

Der  engagierten Lehrerin, Frau Ria Knieper, ist es gelungen, ihren Schülerinnen und Schülern Begeisterung und Konzentration für die Sache abzugewinnen, sodass neben dem Spaß, den alle vermittelten, der Einsatz voller Freude abzuspüren war. Ein erfreuliches Zeichen einer Jugend, über die oft so schlecht gesprochen wird. Der Beifall brachte Bewunderung und Dank reichlich zum Ausdruck. Der sommerliche Abend klang mit munteren Gesprächen im Anblick der renovierungsbedürftigen Kirche aus, für die auch weiterhin Spenden dringend erbeten sind.

Strukturreform und Kirchenaußenrenovierung

30. September 2009

Nachdem die Strukturreform im Kirchengemeinderat die letzten beiden Jahre ein Dauerthema war, musste in der Juni-Sitzung endgültig darüber abgestimmt werden, ob die fast 2-jährige Erprobungsphase in den Kirchengemeinden dazu geführt hat, die neue Struktur im Kirchenbezirk Karlsruhe und Durlach anzunehmen. Der KGR hat sich – wie vor 2 Jahren vor Aufnahme der Erprobungsphase – gegen die neue Struktur ausgesprochen. Da sich jetzt allerdings im Kirchenbezirk eine Mehrheit der Kirchengemeinden für die neue Struktur entschieden hat, ist der Weg endgültig frei, ab 1. Januar 2010 die neuen Verhältnisse durch ein Vereinigungsgesetz kirchenrechtlich zu besiegeln. Wir werden darüber noch berichten.
Seit Ende Mai ist es für alle sichtbar: die Kirchenaußenrenovierung hat begonnen. Das gesamte Gebäude ist eingerüstet, auch der fast 50 m hohe Kirchturm ist mit einem imposanten Gerüst umgeben. Wie immer bei Instandsetzungen alter Gebäude treten während der Ausführung trotz sorgfältigster Planung vorher nicht erkannte Probleme auf. Viele Bauteile,  insbesondere beim Turm, sind erst nach der Gerüststellung einer Beurteilung zugänglich.

So ist die Abdeckung des quadratischen Turmstumpfes im Übergang zum Achteck mit neuen Sandsteinplatten zu versehen, einige Sparrenfüße sind durch gesundes Holz zu ersetzen und das Gebälk des Turmdaches ist bei abgedecktem Turm aus Standsicherheitsgründen zusätzlich zu verankern. Bei einem historischen Bauwerk dieser Bedeutung hat natürlich das Denkmalamt ein erhebliches Mitspracherecht und stellt zusätzliche Forderungen auf, die wiederum zu neuen Überlegungen führen.

Eine besondere Betrachtung verdient das Turmdach, das man fast als ein Museum der Ziegelmanufaktur der letzten Jahrhunderte bezeichnen kann. Trotz der faszinierenden Schönheit der Dacheindeckung, die sich erst aus der Nähe richtig zeigt, sind die meisten Ziegel mürbe und brüchig und unzureichend sturmgesichert. Es wird eine neue Dacheindeckung unter Verwendung erhaltungswürdiger Ziegel geben. Der KGR ist bestrebt, trotz höherer Kosten vor allem eine dauerhafte und nachhaltige Instandsetzung und Renovierung für die nächsten Jahrzehnte zu erreichen.

Das Kirchenschiff wird im November in neuem Glanz erstrahlen und wird vom Gerüst befreit. Beim Turm wird das Gerüst leider noch ein paar Monate länger stehen bleiben müssen.
Rainer Ehmann

Tag des offenen Denkmals in der Evangelischen Kirche von Grötzingen

21. Juli 2009

Die Botschaft des Kirchturms

7. Juli 2009

Lieber Leser,

Als ein Fingerzeig Gottes werden unsere Kirchtürme bezeichnet.

Sie weisen darauf hin, dass es noch eine andere Realität gibt als die unsere.

Es gibt nicht  nur das Schaffen, Schaffen oder Relaxen oder Spekulieren oder Verlieren aller finanziellen Mittel, nein unsere Kirchtürme weisen auf Gottes Reich hin.

Reich Gottes  bedeutet, Frieden und Gerechtigkeit, gerade für die Habenichtse unserer Welt und es will hier schon wirken. Es will keine Vertröstung auf ein himmlisches Freudensal sein, sondern hier auf dieser Erde beginnt es!

Diese Botschaft verkündigen die Türme und die Glocken fassen sie in Töne.

Unsere Kirchtürme weisen aber auch daraufhin, dass die christlichen Kirchen noch da sind, hier sind sie zu finden in aller Öffentlichkeit. Sie sind nicht in der Säkularisierung verschwunden, noch sind sie Museen geworden.

Jeder und jede ist eingeladen, zu kommen.

Aber die Kirche hat auch ein Wächteramt bei uns. Wie wird mit den Schwächsten umgegangen. Was dienst dem Frieden und was nicht, daran erinnern uns die Glocken.

Kirchtürme sind wichtig. Wenn Kinder eine Kirche malen, ist immer ein Turm dabei, begeistert sind alt und jung, wenn er bestiegen werden kann.

Unser Kirchturm ist nun eingerüstet. Die Zeit, der Regen und der Wind haben ihm zugesetzt. Verborgen ist er, wie hinter einem Gitter entdecken wir ihn. Das Gerüst ist eine Notwendigkeit, aber es hat auch seinen Reiz, es verfremdet den Turm und die Kirche. Sie fällt nun aus dem idyllischen Bild des Ortes heraus und vielleicht wird dann auch die Botschaft deutlicher.

Oben auf dem Turm, bei den bunten Ziegeln ist der vergoldete Hahn, er erinnert uns an Petrus und seine Verleugnung, über das Gerüst schaut er. Er ruft uns auf,  wachsam zu sein, auf Jesus Christus zu warten, treu zu sein, bis dass er kommt.

Herzlichst grüßt Sie

Ulrich Schadt